»Man könnte sagen, das alte Recht, sterben zu machen oder leben zu lassen, wurde abgelöst von einer Macht, Leben zu machen oder in den Tod zu stoßen. So erklärt sich vielleicht die Disqualifizierung des Todes, die heut einem Absterben der ihn begleitenden Rituale zum Ausdruck kommt.« (S.134)
Wie ich zu dem Buch gekommen bin: Foucault muss eben sein!
Klappentext: Foucaults Hauptinteresse richtet sich auf die Erforschung der »polymorphen Techniken der Macht«: in welchen Formen, durch welche Kanäle, mittels welcher Diskurse schafft es die Macht, bis in die winzigsten und individuellsten Verhaltensweise vorzudringen; auf welchen Wegen erreicht sie die seltenen und unscheinbaren Formen der Lust, und auf welche Weise durchdringt und kontrolliert sie die alltägliche Lust?
Inhalt und Aufbau: Warum geht unsere Gesellschaft heutzutage genau auf diese Art und Weise mit Sex um? Genau diese Frage klärt Michel Foucault in seinem Buch „Der Wille zum Wissen“. Welche Diskurse haben sich schon im 18. Jahrhundert entwickelt und ihre Auswirkungen bis ins 20. Jahrhundert hineingetragen? Und warum spielt der Sex nicht nur für die Bio-Macht und ihre Regulierungspolitik eine Rolle, sondern auch für die Disziplinarmacht?
Meine Meinung: 
Wie immer bin ich der Ansicht, dass man Foucault nur verstehen kann, wenn man Foucault auch selbst gelesen hat. Insbesondere in Hinsicht – und hier dringt meine literaturwissenschaftliche Seele in den Vordergrund – auf die Literaturwissenschaft bezogen, findet man in Foucaults Werken einiges Brauchbares. Besonders gefallen hat mir der Teil zu „Recht über den Tod und Macht zum Leben“, in dem er über den Souverän spricht – der ursprünglich seinen Machtanspruch durch das Recht Tod zu sprechen, bewiesen hat und jetzt das Leben als Macht- und Kontrollmittel nutzt. Des Weiteren finde ich es spannend zu lesen, wie sich die Diskurse im Laufe der Jahrhunderte verändert haben und was heute noch davon übrig geblieben ist bzw. wie solche Diskurse zum Machterhalt genutzt wurden. Foucault ist wie immer keine leichte Kost und man muss sich schon etwas durchbeißen. Daher 4 von 5 möglichen Sternen.



Dieses Buch hab ich schon (viel zu) lange auf dem SUB – deine Rezension ermutigt mich jetzt aber, es sehr bald mal zu lesen! Bin gespannt…
Das freut mich. Ich find’s immer toll, andere für Foucault zu begeistern. Naja eine Unterhaltungslektüre ist es ja nicht gerade, man muss sich eben Zeit lassen…
[...] (512 S.) ***** Frewin Jones: The Faerie Path (02) The Lost Queen (335 S.) **** Michel Foucault: Sexualität und Wahrheit – 1 – Der Wille zum Wissen (153 S.) ***** Lori Handeland: Wolfskuss (365 S.) ** Hape Kerkeling: Ich bin dann mal weg (346 S.) [...]